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NOIR Ausgabe 5

Revolution? Für diese Frage hätte Noir vor wenigen Jahrzehnten das Schicksal vieler Bücher, Zeitungen, Zeitschriften geteilt. Die Worte zerfressen vom gierigen Feuer der Scheiterhaufen. Umringt von johlendem Volk, das mit den Autoren ebenso kurzen Prozess gemacht hätte. Ein Wort schon reichte aus: Hochverrat. Wer schrieb, wählte seine Worte mit äußerster Bedacht, im Angesicht drohender Konsequenzen, doch Worte waren machtvoll.
Heute ist der Löwenanteil an Worten nicht mehr Wert, als der Verlust der Zeit, in dem sie gedacht, getippt, gelesen werden. Zum einen Auge rein, zum anderen raus. Ein gutes Blatt kann sich letzten Endes nur über eines erfreuen: im Zeitungskorb nebem dem Sofa liebevoll gesammelt, dann vergessen und schließlich als praktischer Gril lanzünder zweckentfremdet zu werden. Die Worte selbst, die den Flammen anheim fallen, kennen keinen Unterschied: ob sie bedächtig verfasst oder dahingeschmiert, unter Gefahr oder schlicht aus Langeweile verfasst wurden. Am Ende werden sie zu Asche – oder in Zeiten des allumgreifenden Recyclings zu Klopapier.
Ein Grund zur Resignation? Eigene Zeit und die des Lesers zu schonen? Bestimmt nicht. Aber Grund genug für eine kleine Revolution der Schreibenden.
Eine Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn stellte Besuchern die Frage, wer wen mehr beeinflusst: die Presse die Politik oder umgekehrt. Beides hielt sich die Waage. Denn Worte waren schon oft Auslöser einer Revolution.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

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Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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