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TV-Dokumentations-Workshop

TV-Dokumentation

Der TV-Dokumentations- Workshop um Martin Bromber , konnte von dessen Erfahrungen profitieren. An dem Wochenende stand neben der Theorie auch ausreichend Praxis auf dem Stundenplan. Durch ein kurzes Interview, haben wir von dem Projektleiter die Grundidee der Arbeitsgruppe in Erfahrung bringen können.

Wie sah der Leitgedanke Ihres Wochenendworkshops aus?

„Zu Beginn haben wir die Grundlagen eines Dokumentarfilmes zusammengetragen. Außerdem konnten wir sehr schnell die Unterschiede zwischen einer Dokumentation und einer Reportage klären. In einer lockeren Atmosphäre hat die Zusammenarbeit mit den Teilnehmern gut funktioniert, sodass wir am Freitagabend sogar noch etwas länger zusammen saßen.“

Wo haben sie ihre Kenntnisse gesammelt?

„Ich studiere momentan Produktion an der Filmakademie in Ludwigsburg und konnte somit meiner Gruppe sehr viele meiner Beispielfilme zeigen.“

Konnten sie den Teilnehmern auch Tipps mit auf den Weg geben?

„Die Finanzierung von Projekten ist zum Beispiel eine wichtige und komplexe Angelegenheit, mit der sich jeder Filmemacher selbst einmal auseinandersetzen muss.“

6 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Workshop – TV die Basics

Foto: Felix Aliberti

Für den Blick hinter die Kulissen des Filmemachens stand den Teilnehmern TV-Profi Jürgen Dettling zur Verfügung. Zuerst gab der Workshopleiter eine Einweisung in die technischen Finessen, anschließend sammelten die Teilnehmer Ideen für den Projektfilm. Dabei galt sein Hauptanliegen der natürlichen Kameraführung. Dieses drückte er mit Sätzen wie „Ja nicht zoomen, das menschliche Auge hat doch keine Zoomfunktion!“ oder „Wenn ihr die Kamera schwenkt wie auf Onkel Erwins Hochzeitsvideo wird der Film ´ne irre Achterbahnfahrt und den Zuschauern wird schlecht“, aus.

Anschließend zogen die 14 Teilnehmer in mehreren Gruppen los, um Impressionen zu sammeln und Interviews mit Teilnehmern und Verantwortlichen auf den Jugendmedientagen zu führen. Dabei erweiterten sie insbesondere ihre Kenntnisse in Kameraführung, Moderation, und Interviewtechnik. Bei den Interviews ging es unter anderem um die Themen Globalisierung, weltweite Onlinevernetzung und natürlich die konkrete Bedeutung der Medien im Leben. Danach wurde das Material gesichtet, geschnitten, ausgewertet und mit Musik unterlegt. Das Produkt des Workshops war ein reportageähnlicher, von Eindrücken und Witz geprägter Film. Kurz kann man die Atmosphäre im Workshop beschreiben: Spaß, Kreativität und neue Erfahrungen.

5 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Assi TV – Dumm und Deutsch

von Verena Frank und Anne Schuller

Nachmittags, halb zwei in Deutschland. We are family, Britt und die Super Nanny – Mitten im Leben der Deutschen.

Diese, aus ethischer Sicht verwerflichen, Fernsehproduktionen sorgen immer wieder für Kopfschütteln im Lande. Kritiker sind der Meinung, dass es unverantwortlich sei, Menschen derart bloßzustellen und ihre Charaktere zu verfälschen. Die endlos ansteigende Anzahl solcher Serien führe zur Verdummung der Gesellschaft.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“

Eine derartige Medienlandschaft scheint den ersten Paragraphen des deutschen Grundgesetzes zu verletzen. Daher sind Kritiker der Meinung,  dass es in diesen Serien nicht mit rechten Dingen zugeht und fordern die Abschaffung des unverantwortlichen Programms.

Fälschlicherweise werden Hartz IV-Empfänger als typischer Fernsehzuschauer solcher Reality-Soaps und Talkshows angesehen. Allerdings schaltet mittwochs um 20.15 Uhr knapp ein Fünftel aller Fernsehzuschauer auf RTL, um sich die Super Nanny anstatt der Bundestagsdebatte auf Phoenix anzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Fünftel nur aus Hartz IV- Empfängern besteht, ist sehr gering.

Es ist offensichtlich, dass viele dieser Geschichten frei erfunden sind, um ein eventuell weniger anspruchsvolles Publikum zu unterhalten. Im Grunde genommen steckt hinter diesen Geschichten dennoch oft ein wahrer Kern. Die dargestellten sozialen Probleme treten in Deutschland häufiger auf: Alkoholismus, ungewollte Schwangerschaften, Armut und Verhaltensstörungen kommen selbst in den besten Familien vor, werden aber oft verschwiegen.

„Deutschland hat das Fernsehen, das es verdient“, findet Jürgen Doetz, der ehemalige Geschäftsführer von SAT1. Michael Bart, ehemaliger TV-Produzent für die RTL Group, liefert hierfür die Erklärung: „Solange geschaut wird, wird gesendet.“  Das soll heißen, dass die privaten Sender uns „asoziale“ Sendungen nicht aufzwingen, sondern dass ein großes Publikum diese durch das Einschalten ebensolcher Sendungen fordert.

Talkshows und Reality-Soaps sind weder psychologisch wertvoll noch informativ. Trotz allem sind sie seit Jahren ein Teil unserer Fernsehkultur und dies lässt sich nicht so leicht ändern. Selbst die unzähligen Nörgler und Weltverbesserer werden durch ihre Kritik nichts erreichen. Menschen sind von Natur aus gerne schadenfroh und können sich im Vergleich zu den überspitzten Charakteren „normal“ fühlen.

Boulevardjournalismus mag noch so viele schlechte Seiten haben – es gibt auch eine andere Seite, die man nicht vergessen sollte. Er kann als Anreiz dienen, um zum Beispiel verzweifelte Mütter darauf aufmerksam zu machen, dass es soziale Einrichtungen und ausgebildete Fachkräfte in unserem Land gibt. Jene können den Müttern helfen, mit verhaltensgestörten Kindern besser klarzukommen.

Sowohl „Assi TV“ als auch „Weltverbesserer“ sind realitätsfern und unglaubwürdig geworden. „Assi TV“ überspitzt und verfälscht Charaktereigenschaften seiner Darsteller. „Weltverbesserer“ meinen jedoch, eine millionenschwere Industrie und die Gesellschaft mit ihrem Gerede ändern zu können. Und wenn wir alle ehrlich sind, lacht doch jeder gerne mit einem Bier in der Hand und Chips im Mund über quengelnde Kleinkinder und Teenager außer Rand und Band.

28 November, 2010 1 Kommentar

Real Life und das echte Leben

von Sebastian Czub

Real Life ist in. Den Trend hat jeder TV-Sender erkannt, allen voran die privaten. Von Peter Zwegert, dem Schuldenberater, natürlich staatlich geprüft, bis hin zu „Bauer sucht Frau“ wird jede Art des Lebens und Zusammenlebens durch mindestens eine Sendung abgedeckt. Die Sender, die keine Auswanderer-Reportage im Programm bieten, sind von vornherein nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Als „Blödsinn, widerwärtig“ und „nicht zu ertragen“ beschreibt Marcel Reich-Ranitzki die Situation im deutschen Fernsehen.

Ganz so schlimm mag es vielleicht doch nicht sein, zumal nicht jeder gerne Arte in seiner Freizeit sieht. Die Zuschauerzahlen bestätigen das. Quoten sind ohnehin wichtig. „Ohne Quoten geht einfach nichts“, sagte Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF auf den Jugendmedientagen 2008 in Mainz. Um Quoten zu erreichen, muss die Sendung gut sein. Besser als die der Konkurrenz und oftmals besser als die Realität selbst. Die Folge: Es wird gefaked. Das beginnt bereits, wenn Tine Wittler, Wohnexpertin bei RTL, an der Haustüre klingelt und die überraschte Familie, die natürlich vollzählig in der Tür steht, schon die richtigen Mikrophone angesteckt hat.

Als irrelevante Nebensache wird dies von den Sendern selbst abgetan, schließlich wird die eigentliche Botschaft der Sendung nicht wesentlich beeinflusst. Seltsam jedoch, wenn in einer Überraschungssendung alle vorher Bescheid wissen. „Bauer sucht Frau“ ist spätestens seit dem Bildzeitungsartikel vom 1. Dezember enttarnt. Der Bild-Zeitung wurde ein firmeninterner Vertrag zwischen der Produktionsfirma und den Frauen aus der Sendung vorgelegt.

Während es in der Sendung so scheint, als könnten die Frauen selbst den Bauern ihrer Träume auswählen, haben sie zwar in der Realität die Möglichkeit Wünsche zu äußern, werden dann aber fest zugeteilt. Die 26-jährige Bianca wollte eigentlich zu Bauer Andi. Leider war dieser schon völlig ausgebucht, und Bianca wurde Bauer Markus zugeteilt. Den mochte sie allerdings gar nicht. Kandidatin Silke hatte sich zwar für Bauer Markus beworben, war nach dem erstenTreffen jedoch äußerst abgeneigt.

Doch auch hier schreibt der Vertrag feste Regeln vor: Unter drei Tagen geht keiner. So kam es dann, wie es kommen musste. Silke blieb bei Markus und spielte der Kamera Gefühle vor. Doch als die Regisseurin beim gemeinsamen Tanz einen romantischen Kuss forderte, „war Schluss“, so Silke gegenüber der Bild. Doch der übermütige Markus war nicht mehr zu stoppen und hatte seine Lippen schon auf ihre gepresst. „Nicht zu beschweren“ habe sich Silke, meint die Regiesseurin, schließlich kassiere sie 150 Euro pro Tag, beim Scheunenfest sogar 250 Euro.

Wer das noch als Kleinigkeiten ansieht, sollte Bauer Bernhard und seine Liebste Beate genauer unter die Lupe nehmen. Nicht nur, dass sich die zwei zwar im Fernsehen getrennt haben, hinter der Kamera aber eigentlich zusammenziehen, sondern auch die Tatsache, dass Bernhard eigentlich gar kein Bauer ist. Er vermietet landwirtschaftliche Fahrzeuge und ist Großhändler für Heu. Die Rinder, die in der Sendung immer wieder gezeigt werden, sind „nur noch der Rest von der Landwirtschaft.“

Quoten erzielen kann nicht jeder, und es mag auch eine Herausforderung sein. Wer schummelt, hat es einfacher. Dem Zuschauer etwas vortäuschen, was es in Realität nicht gibt – den Trend hat jeder TV-Sender erkannt.

9 Februar, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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