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Adam Green: ein Rockstar zum Anfassen

von Ann-Katrin Wieland

Foto: Ann-Katrin Wieland

Es ist kurz vor 21 Uhr: Der Konzertsaal im Karlstorbahnhof in Heidelberg ist an diesem Montag Abend schon fast voll mit knapp 600 Besuchern, als ein unscheinbarer Typ mit Strohhut mitten in der Zuschauermenge stolpert. Ganz verwirrt schaut er drein und nuschelt etwas wie „Was mache ich hier eigentlich gerade?“ auf Englisch. Der Mann, der sich desorientiert aufrappelt und wieder in die Richtung verschwindet, aus der er gekommen ist, ist der New Yorker Musiker Adam Green.

Schon bevor das Konzert des Anti-Folk-Sängers (Anti-Folk ist eine Mischung aus Folk- und Punk-Musik) beginnt, taucht man als Zuschauer in die Welt des wahren Rock ’n‘ Rolls ein. Mit dabei hat Green seinen Ex-Band-Kollegen Jack Dishel. Zusammen waren sie zur Jahrtausendwende in der Band „The Moldy Peaches“ Teil der New Yorker Anti-Folk-Szene. Ihr Song „Anyone Else But You“ wurde 2008 beispielsweise im Film „JUNO“ aufgegriffen.

Kurz nach 21 Uhr tritt der Wuschelkopf Jack Dishel allein mit seiner Gitarre auf die Bühne und stimmt das Publikum mit eher ruhigeren Pop-Rock-Songs ein. Gegen Ende seines Auftrittes wird es noch etwas schneller und er verlässt vorerst die Bühne. Es folgt eine lange Pause, in der die Zuschauer schon ungeduldig werden.

Dann ist es schließlich soweit und ein Song, der an ein Kinderlied erinnert, ertönt laut. Eine vierköpfige Band kriecht wie eine Mäuseschar aus ihren Löchern, doch statt Käse, haben die Vier Alkohol dabei. Auch der Frontmann Adam Green scheint nicht ganz nüchtern zu sein. Mit brauner Lederjacke, zerrissenen Jeans, dunklem Wuschelkopf und verwirrtem Blick taucht er etwas unbeholfen auf, um seine Show gegen 22.20 Uhr zu starten. Knapp 60 Minuten lang hat man das Gefühl eines improvisierten Konzertes, das den Zuschauer in eine Welt des Rock ’n‘ Roll entführen soll. … weiterlesen

8 September, 2010 Kein Kommentar

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