Home » Kultur » Letzte Artikel:

Mannigfaches Kulturleben

von Alexander Schmitz

Foto: LIFT/Ronny Schönebaum

Über 70 Veranstaltungsorte haben am Samstag Besuchern der stuttgartnacht ein vielfältiges Kulturerlebnis geboten. Ob Tanz, Party, Film, Theater, Lesung oder Führung, für jeden war etwas dabei. Sieben Stunden lang lud Stuttgarts Kulturszene zu Entdeckungen ein.

Rhythmische Klänge von Berimbau, Trommeln und endloser Gesang im Erdgeschoss des Stuttgarter Rathauses: Capoeiristas der Gruppe Arte National des Vereins brasilianischer Kulturen Stuttgart präsentierten artistisch den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Afro-kolumbische Folklore in Tanz und Gesang zeigte das Ensemble Tambora im vierten Obergeschoss; dieses Jahr das erste Mal begleitet von der Livemusik der Band Manduco. Interessierte Besucher konnten sich von der argentinischen Karikaturistin Marlene Pohle porträtieren lassen.

Im Plenarsaal des Landtags konnte der stuttgartnacht-Besucher anstatt politischer Debatten Werbespots unter dem Motto „Werbefilm – in und um Baden-Württemberg“ verfolgen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg spielte eine Mischung aus aktuellen Werbespots und historischem Filmmaterial. Entlang der 136 Meter langen Installation „Stuttgarter Weg“ des Bildhauers Robert Schad, die normalerweise die Mitglieder des Landtags auf ihrem Weg zum Abgeordnetenhaus nutzen, konnten am Samstag auch Besucher gehen. … weiterlesen

24 Oktober, 2010 Kommentare deaktiviert für Mannigfaches Kulturleben

Venedig liegt in Ludwigsburg

von Alexander Schmitz

Foto: Alexander Schmitz

Masken, Kostüme und ein umfangreiches Kulturprogramm – am Freitag hat in Ludwigsburg die zehnte Venezianische Messe begonnen. Noch bis Sonntag gibt es auf dem Marktplatz mannigfache Verkleidungen, Akrobatik- und Feuershows, Tanz und Gesang sowie mediterrane Gastronomie.

Den Auftakt des Festivals bildete am Freitag eine Künstlerprozession mit rund 1000 Masken- und Kostümträgern aus dem In- und Ausland. Goldbestickte und pompöse Gewänder, aber auch barock und futuristisch gestaltete, ließen die Zuschauer staunen.

30 nationale und internationale Künstler treten von Freitag bis Samstag auf zehn Spielflächen auf. Geboten werden Stelzperformances, Musik- und Tanzvorführungen, Figurentheater und Commedia dell’Arte. Für Aufsehen sorgte die Performance DUNDU’n SPHERE: Die fünf Meter große Figur DUNDU, bekannt von einer Stuttgart 21 Kundgebung oder der Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin, trifft auf ein wandelbares Luftobjekt des Künstlers Frank Fierke.

Neben dem Kulturprogramm bieten Händler venezianische  Masken und Stoffe, Muranoglas und Goldschmiedearbeiten an. … weiterlesen

11 September, 2010 Kommentare deaktiviert für Venedig liegt in Ludwigsburg

Wir als Entwicklungshelfer?

von Jan Spreitzenbarth

Jan Spreitzenbarth fragt sich, wem Projekt- Tourismus eigentlich nützt

Für sozialen Ausgleich, für eine bessere Umwelt und für das Verständnis der Kulturen. Ob über das neue Freiwilligen- Programm „Weltwärts“, einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder auf eigene Faust: Immer mehr deutsche Jugendliche gehen mit gutem Gewissen in sogenannte Entwicklungsländer. Sie haben den hehren Anspruch, ein kleines bisschen die Welt zu verbessern. Projekt-Tourismus heißt das Stichwort. Aber wem nützt das eigentlich? „Am meisten dir selbst“, meint die 19-jährige Lisa Bendiek, die in Tansania ein FÖJ absolviert. „Geh nicht nach Afrika, um zu helfen oder zu lehren!“ Afrikanische Intellektuelle wie der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati fordern sogar ein sofortiges Einstellen jeglicher Hilfsprojekte. Denn sie führten nur immer tiefer in die Abhängigkeit. Pauschalreisen, Backpacking oder private Unterkünfte, die Auswahl ist groß. Reisen ist wirklich billig geworden, egal ob mit dem Auto, mit dem Bus oder in der Luft. Doch Achtung! Mit unserer Kaufkraft, mit unserem Reisedrang und unseren Billigurlauben können wir viel Schaden anrichten – ganz unbewusst und ungewollt. Der Kolonialismus sollte für alle ein warnendes Beispiel sein: Ohne das Land und die Kultur zu verstehen, kamen die Europäer, versuchten mit ihrer Waffengewalt ihre Kultur, Sprache und Regierungsform den Einheimischen aufzuzwingen. Wir waren es, die große Teile der ursprünglichen Kulturen verdrängt haben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg brachten viele Länder die Kraft auf, die europäischen Eindringlinge aus ihrem Land zu vertreiben. Heute jedoch schlagen wir zurück: mit großen Hilfsprojekten, Entwicklungs- und Spendengeldern und vor allem mit vollen Urlaubskassen. In Thailand traf ich allen Ernstes einen korpulenten, deutschen Mann, der gerade aus einem „Massagesalon“ kam in dem Gefühl, ein kleiner Entwicklungshelfer zu sein. Versteht mich nicht falsch! Interkulturelles Verständnis, Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen tragen zur persönlichen Weiterentwicklung bei und werden in einer globalisierten Welt gefordert. Auch ich bin ausgerückt, die Welt zu verändern. Leider muss ich gestehen: Richtig helfen und etwas bewegen konnte ich dabei nicht.

10 Februar, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

Kategorien