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Die Schulhof-Flüsterer

von Susan Djahangard, Sophie Rebmann und Andreas Spengler

Jugendlich, auflagenstark und erfolgsverwöhnt: Yaez und Spiesser scheinen die Hoffnungssterne am Zeitungshimmel zu sein. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie sehr die beiden Jugendzeitungen auf Kommerz setzen, journalistische Normen verletzen und die jungen Leser mit versteckter Werbung manipulieren

Seite für Seite blättert Guido Zurstiege durch die Jugendzeitung Spiesser. Er runzelt die Stirn, blättert zurück, dann heftet er den Blick auf eine bestimmte Seite: Spiesser-Betriebsbesichtigung steht dort im Titel. Daneben prangt das blaue Logo der Deutschen Flugsicherung. Sein Blick wandert in die Ecke der Seite. Dorthin wo der Hinweis stehen sollte. Aber es steht dort kein Hinweis. Kein „Anzeige“, kein „Werbung“, kein „Sonderveröffentlichung“.

Guido Zurstiege erforscht seit 15 Jahren die Werbung. Der Medienwissenschaftler lehrte in Berlin und Wien und ist seit letztem Herbst an der Universität Tübingen.

Jetzt sitzt er in seinem Büro, im schwarzen Sakko und weißem Hemd, und findet scharfe Worte für das, was er vor sich sieht: „Das sind Medienangebote, in denen sehr deutlich gegen die geltenden Normen der Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt verstoßen wird, und zwar nicht aus Zufall, sondern mit einem gewissen Kalkül.“ Vor ihm liegen zwei der größten Jugendzeitungen Deutschlands, Yaez und der Spiesser. … weiterlesen

21 Juni, 2010 2 Kommentare

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