Home » Herbst » Letzte Artikel:

Herbstklänge

von Alexander Schmitz

Wenn es draußen nebelig, feucht und kalt wird, wenn es zu Hause doch am gemütlichsten ist, was ist dann schöner, als es sich auf dem Sofa bequem zu machen und Musik zu hören. Ruhige, melancholische Klänge passen zur Jahreszeit und verleiten dazu deren Stimmung zu genießen. Eine kleine Auswahl an Albenempfehlungen zum Sinnen, Träumen und Entspannen.

Swanlights von Antony & The Johnsons

Der Wahl-New Yorker Antony Hegarty überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Stimme auch in seinem vierten Album. Ruhig, zart, teils sogar gehaucht singt er seine balladenhaften, melancholischen Songs. Sehnsuchtsvoll und träumerisch sind die etwas schwebenden Stücke, gespielt von Klavier, Streichern, Bläsern und vereinzelt Perkussion. Swanlights ist keine klassische Popmusik, sondern enthält Elemente aus Folk und Jazz. (Beggars/Indigo) … weiterlesen

7 November, 2010 Kein Kommentar

Aus Winter wird Sommer

von Andreas Hensler

Die weiße Moschee in Gračanica. - Foto: Andreas Hensler

In Bosnien kommt, mit etwas Verspätung, auch der Herbst. Die Menschen aus meiner Stadt sagen, alle Jahreszeiten sind hier extrem: Eisiger Winter, richtiger Sommer, goldener Herbst und der schönste Frühling. Doch der Wechsel zwischen den Jahreszeiten ist abrupt.

Der Weg zur Schule war stellenweise eher ein Matschacker mit wunderschönen Seenlandschaften. Man danke es dem bosnischen Regen. Es wurde richtig kalt. Der Schwedenpulli das einzige Mittel, das Festfrieren an den gefühlt kälteren Eisengegenständen zu vermeiden. Das Deutsch-Vorbereitungszimmer in meiner Schule ist auf  der Ostseite des Gebäudes. Der Beginn der Heizperiode lässt auf sich warten und eine Erwärmung durch die Sonne ist ausgeschlossen. Die einzige Wärmequelle: Kaffee, Kaffee, Kaffee und der geliebte Schwedenpulli.

Dem Hausmeister kann man nicht vorwerfen, er würde nichts tun. Das Gebäude ist gepflegt, glänzt und sauber. Doch, dass er an den bisher kältesten Tagen damit beginnt, die Fenster des Deutsch-Vorbereitungszimmers zu streichen, dass sollte man ihm schon übel nehmen. Denn für zwei Tage war der einzige Schutzwall zwischen der noch kälteren Außentemperatur einfach ausgebaut. Das Zimmer wurde zum Sperrgebiet, wollte man nicht erfrieren.

Der Hausmeister baute die Fenster wieder ein. Ich lobte ihn zwar für die frische Farbe auf dem Rahmen, erwärmte mich innerlich aber nur an dem Anblick des geschlossenen Fensters. In der Stadt sind bis auf das Rathaus und die Schule wenige Häuser an das Zentralheizungssystem angeschlossen. Dort feuert man mit Kohle, um zu heizen. Macht das die gesamte Stadt, dann hängt allabendlich eine Smog-Wolke in der Luft, die den Blick gen Himmel versperrt und im Rachenraum ein Dauerkratzen hervorruft. So oder so ähnlich, muss wohl früher das Ruhrgebiet gewesen sein, denke ich oft. … weiterlesen

25 Oktober, 2010 1 Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

Kategorien