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Gothic drauf, aber nicht drin

von Alexander Schmitz

Artwork: JoWooD Entertainment AG

Fans des bekannten Computerrollenspiels Gothic haben im Voraus viel – zu viel – vom neuesten Ableger der Serie, ArcaniA: Gothic 4 erwartet. Es hat weniger Fehler als Gothic 3, ist aber kein Gothic mehr, da alte Tugenden weggelassen und vieles vereinfacht wurde.

Nach dem fehlerhaften Gothic 3 und dem damit verbundenen Wechsel des Entwicklerteams war die Hoffnung groß, dass der Nachfolger der deutschen Rollenspielserie vieles besser machen würde. Doch stattdessen entwickelte das Team von Spellbound die Serie Gothic kaputt; gelobte Elemente der Vorgänger, die sie einzigartig machten und für ein unverwechselbares Spielerlebnis sorgten, wurden gestrichen.

Aus der frei begehbaren Spielwelt wurden aneinandergereihte Weltabschnitte, in denen Aufgaben gelöst werden müssen, bevor sich der nächste Abschnitt öffnet. Das Spiel ist linear ausgerichtet, in bereits besuchten Weltteilen gibt es für den Spieler nichts mehr zu erledigen und sein Erkundungsdrang wird nicht gefördert. Obwohl das Landschaftsdesign mit seinen Wiesen, Bergen, Klippen, Felsschluchten, Sumpf und Dschungel  abwechslungsreich und schön ist, so wirkt die Spielwelt doch meist öde, leer und langweilig, weder lebendig, noch glaubwürdig, im Gegensatz zu den alten Serienteilen.  Sehr störend an der Spielwelt sind immer wieder auftretende Kollisionsfehler, an denen sich die Spielfigur verhakt. Auch eine Kantenbegrenzung stört den Spielfluss, da über sie hinweggehüpft werden muss. Das Teleportersystem des Spiels macht kaum Sinn, da Ziele nicht frei gewählt werden können und es in bereits besuchten Spielabschnitten im späteren Spielverlauf sowieso nichts mehr zu erledigen gibt.

Anspruchsvolle Aufgaben gibt es nicht. Meist verlaufen sie nach dem Schema „Besorge mir etwas“ oder „Töte jemanden“, teilweise auch beides. Rätselaufgaben und spielweltabschnittübergreifende Aufgaben fehlen. Dadurch und durch wenige Nebenaufgaben artet das Spiel oft in ein stupides „Gegnergruppenverkloppen“ aus.

Auch die Handlung von ArcaniA: Gothic 4 kommt nicht an die Vorgänger heran und verliert nach kurzer Zeit an Spannung. Ein Schafhirte, der alleine einen Rachefeldzug gegen den mächtigen König – den Helden der Serienvorgänger – beginnt. Alte Bekannte wie Diego, Lester, Gorn und Milten treten auf, allerdings immer nur kurz.

Eine der Hauptmerkmale der Gothic-Serie war bisher die Fraktionswahl und die damit zusammenhängende unterschiedliche Entwicklung des Spielverlaufes fehlt jetzt, wodurch die Handlung an Tiefgang verliert. Aber auch alternative Lösungswege, die die Spielhandlung beeinflussen, fehlen. … weiterlesen

17 November, 2010 3 Kommentare

GamesCom – Browserspiele

von Niklas Golitschek

Bild: Screenshot

Auf der GamesCom 2010 in Köln haben sich knapp 500 Aussteller aus 30 verschiedenen Ländern präsentiert. Darunter waren natürlich die Branchenriesen zu finden, erstmals hatten aber auch die Anbieter sogenannter Browsergames attraktive Stände anzubieten.
Browsergames sind Spiele, die ausschließlich über den Internetbrowser gespielt werden. Die Markenzeichen dieser Spiele sind, dass sowohl die Registrierung als auch das Spielen selbst komplett kostenlos ist und man keinerlei Software herunterladen muss. Die Spieler können also  theoretisch an jedem Computer und überall auf der Welt spielen; benötigt wird lediglich eine Internetverbindung.

Die ersten Browserspiele waren Echtzeit-Strategie-Spiele, die nur durch Klicken auf Buttons gesteuert wurden. Das bedeutet, dass der Spieler lediglich auf einer Anzeige seine Rohstoffe und die Gebäude sah. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind OGame, Die Stämme und Travian. Einer der ältesten und bekanntesten Publisher ist  die Karlsruher Firma Gameforge. In all diesen Spielen gibt es eine feste Basis, die es zuerst aufzubauen und danach auszubauengilt. Mit den Ressourcen und durch Erforschung von neuen Entwicklungsstufen kann später eine eigene Armee aufgebaut werden um Gegner anzugreifen oder neue Gebiete zu kolonisieren. In sogenannten Allianzen oder Gilden ist es möglich sich mit anderen Spielern zusammenzuschließen, um eine noch größere Armee zu bilden. Dadurch sind zum Beispiel auch Verbandsangriffe möglich. Die Browserspiele werden meist durch Werbung oder Premium-Modelle finanziert, bei denen der Nutzer zahlt, um sich Spielvorteile zu verschaffen. Jedoch besteht, idealerweise, für ein Premium-Mitglied kein elementarer Vorteil gegenüber den anderen Nutzern. Diese können das Gleiche erreichen, brauchen  nur eben etwas länger dafür. Premium-Features bringen für gewöhnlich einen zeitlichen Vorteil oder Rohstoffrabatte zum Ausbau der Gebäude im Spiel.
Durch technische Entwicklung gibt es inzwischen sogenannte Flash-Browsergames, die teilweise auch durch Maus und Tastatur gesteuert, nur eben in einem Browserfenster gespielt werden. Diese Spiele zeichnen sich zwar meist nicht durch eine anspruchsvolle Grafik aus, dafür steht der Spielspaß umso mehr im Vordergrund. Vorreiter ist hier der Hamburger Publisher BigPoint, der schon vor einigen Jahren die Spiele XBlaster und Dark Orbit vorstellte und sich inzwischen zu einem der größten Browsergames-Publisher und -Entwickler weltweit gemausert hat. … weiterlesen

10 September, 2010 Kommentare deaktiviert für GamesCom – Browserspiele

GamesCom – Soziale Netzwerke für Spieler

von Niklas Golitschek

Bild: Screenshot

Erstmals auf der GamesCom 2010 wurden auch Soziale Netzwerke für Spieler präsentiert. Vertreten waren gleich vier Projekte: PlayerPages, Teamsunited, Xchar und Pleyone. Im Prinzip zielen diese Projekte auf die gleichen Themengebiete und Zielgruppen ab, versuchen dies aber auf teilweise komplett unterschiedlichen Wegen. Teamsunited und Pleyone stehen zwar derzeit noch in den Startlöchern und befinden sich in der offenen  Testphase, sind jedoch trotzdem schon in größerem Umfang nutz- und testbar.

PlayerPages lässt sich am ehesten mit Twitter vergleichen. In einem privaten Profil kann der Nutzer seinen eigenen Status bearbeiten, um so der Community zu zeigen was er selbst gerade spielt oder um ihr andere Informationen mitzuteilen. Außerdem ist es in einem Forum möglich sich mit anderen Spielern über die Spiele auszutauschen. Über eine interne Spiele-Datenbank verfügt die Plattform aber nicht.

Teamsunited geht dabei schon einen Schritt weiter: Im eigenen Profil kann der Nutzer durch eine Datenbank angeben, welche Spiele er spielt und welche Charaktere er in den Spielen besitzt. Für Clans und Gilden gibt es sogar die Möglichkeit eigene Gruppen zu erstellen, diese zu verwalten und sich so der Community zu präsentieren.

Xchar ist das älteste der vier Projekte und schon länger online. Es präsentierte sich dieses Jahr jedoch erstmals auf der GamesCom. Ursprünglich war die Plattform nur für World of WarCraft-Spieler gedacht. Dieses Jahr wagten die Verantwortlichen aber ihr Angebot auf andere Spiele zu erweitern und somit alle Videospieler zu erreichen. Das Ziel von Xchar ist es den anderen Nutzern zu zeigen, wer eigentlich hinter dem Charakter im Spiel sitzt und Gruppen eine erleichterte Kommunikation zu bieten. Eine Shoutbox ermöglicht es außerdem sich mit allen anwesenden gleichzeitig zu unterhalten. … weiterlesen

9 September, 2010 Kommentare deaktiviert für GamesCom – Soziale Netzwerke für Spieler

Großes Abenteuer

von Alexander Schmitz

Hongkong, Tibet, Marokko, Indien, Deutschland – Abenteuer rund um die ganze Welt gibt es in dem Computerspiel Lost Horizon. Hauptcharakter des klassischen Point & Klick Adventures ist Fenton Paddock, ein britischer Ex-Soldat und Pilot, der von kleinen Gaunereien und Schmuggel lebt. Er besteht in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts  Abenteuer wie Indiana Jones.

Sein bester Freund Richard ist mit seiner Expedition in Tibet verschwunden. Darauf startet Fenton eine Rettungsaktion. Begleitet von Kim, seiner geschwätzigen Ex-Freundin, beginnt er das Abenteuer. Dabei stoßen sie auf Nazis, die nach okkulten Waffen und dem sagenumwobenen Reich Shambala im tibetischen Hochland suchen. Zwischen Fenton, der seinen Freund dort vermutet, und den Nazi-Wissenschaftlern beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. … weiterlesen

5 September, 2010 Kommentare deaktiviert für Großes Abenteuer

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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