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nationalstolz galore.

von Maria Blenich

Foto: "Esparta Palma" / www.flickr.com, CC-Lizenz(by)

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, füllt sich der Platz vor dem Bundestag schon in den frühen Morgenstunden. Bis um 21 Uhr versammeln sich 500.000 Menschen. Pünktlich um 21 Uhr stellt sich Angela Merkel vor das Volk und ruft: Es lebe Helmut Kohl. Das Volk stimmt ein: Er lebe hoch! Es lebe Erich Honecker! Er lebe hoch! Es lebe Hans-Dietrich Genscher! Er lebe hoch!

Obendrauf wird unsere Bundesrepublik noch mit einem dreifachen „Es lebe Deutschland!“ gepriesen und schon werden fünf Tonnen Feuerwerkskörper in die Luft gejagt und die schwarz-rot-gold gekleidete Meute brüllt sich ihren Nationalstolz aus dem Hals. Angela Merkel schwingt währenddessen fröhlich mit der Bundesflagge.

Was in Deutschland undenkbar wäre wird in México Wirklichkeit. Jedes Jahr am 15. September steht dieses Tohuwabohu an der Tagesordnung und dieses Jahr ist er etwas ganz besonderes, denn Mexiko feiert sage und schreibe 200 Jahre Unabhängigkeit von der spanischen Versklavung. Dies muss natürlich noch mehr gefeiert werden als die Jahre zuvor. Schon seit Wochen ist der Zócalo (Hauptlatz und Platz der Verfassung im Zentrum der Stadt) abgesperrt und drei Tage vor der eigentlichen Feier ließen mich die Menschenmassen eher fliehen, als dass sie einladend wirkten.

Es springt einem schon von weitem in die Augen: Grün. Weiß. Rot. Die mexikanischen Farben der Flagge ist in diesen Tagen allgegenwärtig, sei es auf Hüten, Mini-Flaggen, Tröten, Haaren, Gesichtern und Autos. Doch es fühlt sich ein wenig fremd an, denn diesen ungeheuren Stolz auf eine Nation kann ich nur  bedingt nachvollziehen. … weiterlesen

27 September, 2010 Kein Kommentar

Bundesversammlung wählt Wulff

von Luca Leicht

Christian Wulff - Archivfoto - Foto: "Manos Radisoglou" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Heute Mittag wurden die 1244 Wahlmänner der Bundesversammlung aus der ganzen Republik in den Reichstag bestellt, um den Nachfolger für Horst Köhler ins Schloss Bellevue zu wählen. Nachdem die Stimmen zum ersten Wahlgang abgegeben wurden und die erste Auszählung ein Ergebnis ergab, war es soweit: Zuversicht und Freude sah man auf der einen Seite, blankes Entsetzen und verärgerte Mienen auf der anderen. Kaum einer der CDU-Mitglieder hatte damit gerechnet, dass ihr Kandidat, der Ministerpräsident aus Niedersachsen, Christian Wulff, mit nur 600 Stimmen im ersten Wahlgang auffährt. Passend zur laufenden WM werden Worte aus dem Fußball-Jargon laut: Das Ergebnis sei eine Ohrfeige für die Kanzlerin und die Bundesregierung. Die Reihen der SPD und Grünen waren dagegen mehr als zufrieden mit dem ersten Ergebnis. Ihr Kandidat Joachim Gauck erhielt 499 Stimmen und damit 37 Wahlzettel mehr als Wahlmänner von diesen beiden Parteien gestellt wurden. Die Linke schickte mit Lukrezia Jochimsen eine eigene Kandidatin ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten. Sie erhielt lediglich 126 Stimmen. Da die ersten zwei Wahlgänge allerdings eine absolute Mehrheit von 623 Stimmen erfordern um ein endgültiges Ergebnis zu liefern gab es einen zweiten Wahlgang. … weiterlesen

30 Juni, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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