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Das Nasenpopel-Gen des Thilo Sarrazin

von Andreas Spengler

Thilo Sarrazin - Foto: "Richard Hebstreit" / www.flickr.com, CC-Lizenz(by)

Die Haare des Thilo Sarrazin haben die Farbe eines Elefanten; staubiges Elefantengrau. Früher war der ganze Sarrazin-Mensch wie ein Elefant: dickköpfig, mächtig, aber eigentlich friedlich. Doch dann nahm der Schrecken seinen Lauf: eine verbale Diarrhö. Eine Glosse von Andreas Spengler

Vielleicht hat Sarrazin früher mal Nasenpopel gelutscht, im Büro einen Furz entfleuchen lassen oder gar sein Auto auf dem Frauenparkplatz abgestellt. Womöglich war das sogar genetisch bedingt, genau weiß das keiner. Aber davon abgesehen tat er niemandem etwas zu Leide. Die Zahlenwelt war seine Steppe und genauso trocken: neun Jahre als Berliner Finanzsenator und als Vorstand der Bundesbank. Doch irgendwann – keiner weiß, woher der Durchfall kam, vorstellbar wäre eine Döner-Magenvergiftung – irgendwann jedenfalls, da begann Sarrazin zu kacken. Und wenn Elefanten kacken, dann kacken sie richtig. Sarrazin ließ alles raus: braun, gequirlt und dampfend. Und weil das schon von Weitem roch, kamen die Medien angeflogen wie die Mücken zum Kuhstall. Ein Bundesbankvorstand, der braune Worte zwischen zwei Buchdeckel presst; welch ein gefundenes Fressen! … weiterlesen

12 Oktober, 2010 1 Kommentar

Zitat der Woche: Ein Studium nur für wohlhabende Studenten

von Anna Ruppert

»Förderung in der Breite und Förderung in der Spitze sind keine Alternativen, sondern zwei Seiten einer Medaille.«, Annette Schavan

Foto: "Mariesol Fumy" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Eine Erhöhung des Bafögs – davon ist schon lange die Rede, doch erreicht wurde dieses Ziel bisher nicht. Stattdessen hat es Annette Schavan gerade noch geschafft, ihr nationales Stipendienprogramm durchzusetzen. Das Stipendium in Höhe von 300 Euro soll an die besten zehn Prozent des Landes vergeben werden – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Sicherlich möchte niemand seiner reichen Eltern wegen auf eine Anerkennung für ausgezeichnete Leistungen verzichten. Doch es wäre nicht zu viel verlangt, darauf zu achten, ob ein Stipendium überhaupt finanziell notwendig ist. Das funktioniert beim Bafög schließlich nicht anders, da es abhängig vom Vermögen der Eltern ausgezahlt wird. Einfach die besten zehn Prozent zu nehmen, ist zu kurz gedacht; dieses Kriterium geht weder auf bestimmte Begabungen ein, noch nimmt es Rücksicht auf soziales Engagement und andere Aktivitäten. Allein die schulische Leistung und nicht die Persönlichkeit stehen dabei im Vordergrund. Ein Auswahlverfahren per Bewerbung, Eignungsgespräch und Einbeziehung der Persönlichkeit wäre gerechter. Eine interessante Frage wäre, unter welchen Bedingungen man seine Leistungen erreicht hat. Während die einen in jeder Hinsicht gefördert werden konnten, mussten andere während der Schulzeit vielleicht jobben und haben trotzdem gute Leistungen erzielt. Studien beweisen, dass Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien weniger Stipendien erhalten als Kinder wohlhabender Eltern.
Somit stellt sich auch für den Steuerzahler die Frage, warum er ein Studium für wohlhabende Studenten finanzieren sollte, wenn er selbst wenig Geld hat und möglicherweise kaum die Bildung seiner eigenen Kinder finanzieren kann. Kein Wunder, dass die Chancengleichheit in Deutschland sehr gering ist, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

14 Juli, 2010 Kommentare deaktiviert für Zitat der Woche: Ein Studium nur für wohlhabende Studenten

Bildung ist Liebe zur Menschheit

von Miriam Kumpf

„Kinder des 21. Jahrhunderts werden von Lehrern aus dem 20. Jahrhundert unterrichet in einem Bildungssystem das aus dem 19. Jahrhundert stammt – das ist unsere Ausgangslage!“, brachte es der Reformpädagoge Otto Herz kürzlich bei einer Bildungsveranstaltung im Stuttgarter Landtag auf den Punkt. Ein kleiner Mann mit grau-weißem Haar, adrett gekleidet, dem man die zwei Stunden Schlaf die er in der Nacht zuvor hatte, keinesfalls anmerkt. Er gestikuliert wild mit den Händen in alle Richtungen, redet frei, unterstreicht seine Aussagen und blickt sein Publikum offen an. Oft bekommt er Zwischenapplaus, für Aussagen wie „Integrieren kann ich nur, was ich vorher ausgegrenzt habe.“

Nach der Veranstaltung nahm er sich Zeit für ein Interview mit Noir-Redakteurin Miriam Kumpf. … weiterlesen

2 April, 2010 Kommentare deaktiviert für Bildung ist Liebe zur Menschheit

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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