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Die sichere Anlage des Journalisten

von Anna Bremer

„Als Journalist wird man nicht reich“,

sagt Malte Henk. Trotzdem mangelt es dem 34-jährigen Redakteur nicht an Auslandserfahrungen. Denn er ist von Berufswegen vier bis fünfmal im Jahr an den verschiedensten, teils abgelegensten Orten dieser Welt unterwegs, um diese zu erkunden, verstehen zu lernen und sie nach seiner Rückkehr den GEO-Lesern näher zu bringen.

Er selbst ist auch nach mehreren Reisen immer wieder beeindruckt von der Vielfalt der Welt, ihren Nationen und Völkern, die ihm bei seinen Aufenthalten Einblicke in ihre Kultur gewähren. Dennoch muss er zugeben „Man stumpft doch irgendwann ein Stück weit ab. Wenn man Beispielsweise in einem armen Land zu Gast ist, empfindet man sicherlich Mitleid mit den Menschen, die teils unter unvorstellbaren Lebensbedingungen überleben müssen. Aber als Journalist ist man manchmal wie in einer Filmrolle, die man spielt. Dadurch wird immer auch eine gewisse Distanz zu einer Geschichte gewahrt.“

„Mache Geschichten können einen einfach nicht kalt lassen“

Aber einfach ist das Abschalten nach Beenden einer Story auch für einen erfahrenen Journalisten nicht immer. Nach mehreren Interviews in der JVA mit einem psychopathischen Mörder, fand auch Malte Henk schlechter in den Schlaf.
Prinzipiell versucht er aber mit dem letzten Punkt unter einem Artikel den Kopf für Neues freizubekommen. Denn er weiß über Einzelfälle und Schicksale könnte man ewig weiter berichten.

„Es ist sehr wichtig, den Menschen den Respekt zu erweisen, den sie verdienen.“

Auch Selbstzweifel gehören hin und wieder zu seinem Job. Der 34-jährige fragt sich dann „Was bringt es den Menschen hier eigentlich, dass ich über sie schreibe? Beute ich sie aus? Bringt es den Leuten zuhause etwas?“ Deshalb versucht er seinem Gegenüber immer genügend Respekt entgegen zu bringen und ist dankbar, wenn er bei seiner Arbeit akzeptiert wird. „Meistens zeige ich den Leuten schon vorher ein Magazin, damit sie wissen, was ich da mache. Wenn die Reportage dann fertig ist, versuche ich immer den Protagonisten ein Exemplar zukommen zu lassen.

Andre Länder – andre Sitten

Um die Erfahrungen, die der gebürtige Bremer in der Welt sammelt wird ihn sicher nicht jeder beneiden, dennoch vielleicht bewundern. Die Frage, ob es ihm denn schwer falle, sich auf seinen Exkursionen auf jeweilige Umstände einzustellen, beantwortet er so: „Im Dschungel haben wir Taranteln gejagt und ich habe Angst vor Spinnen und Schlagen. Wenn man sich dann noch überlegt, wer einem denn mitten im Busch helfen soll, wenn einem etwas zustößt, … Ja es ist manchmal sehr schwer sich umzustellen.“

Möglich, dass man als Journalist bei der Bank kein Millionär wird. Den Erfahrungsreichtum, den Malte Henk in seinem Beruf sammelt, kann ihm aber auch keine Finanzkrise nehmen.

15 Dezember, 2010 Kommentare deaktiviert für Die sichere Anlage des Journalisten

Über die vierte Gewalt

von Ekaterina Eimer

Seit seiner Entstehung hat sich der journalistische Beruf interessant entwickelt und ist heute so vielfältig wie die Themenwahl

Journalisten haben es noch nie leicht gehabt. Im Mittelalter publizierten sie unter größtem Aufwand ihre Nachrichten und Meinungen auf Flugblättern, blieben aber meist ungehört dank Analphabetismus. Seit der Renaissance kämpften sie unermüdlich für Meinungs- und Pressefreiheit, ließen sich Manipulanten schimpfen, diskriminieren und verfolgen.

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14 März, 2010 Kommentare deaktiviert für Über die vierte Gewalt

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
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