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Filmeschauen an langen Abenden

von Alexander Schmitz

Foto: "Katja Jakob" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Die Tage werden kürzer, draußen ist es kalt und es macht keinen Spaß ins Freie zu gehen. Filme zu schauen, alleine oder mit Freunden auf dem heimischen Sofa, ist in dieser Jahreszeit beliebt. Eine Filmauswahl für diesen Herbst.

Für immer Shrek

Von dem Wunsch getrieben wieder ein wahrer, wilder Oger zu sein, unterzeichnet Shrek einen Vertrag des hinterlistigen Zauberers Rumpelstilzchen. Dadurch landet er in einem Paralleluniversum der Märchenwelt „Weit, weit, weg“, in dem Rumpelstilzchen König ist und Oger gejagt werden. Auch seine Frau Fiona hat er hier noch nicht kennengelernt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in der Shrek seine Freunde retten und den unterzeichneten Vertrag annullieren muss.

Für immer Shrek ist der vierte und letzte Teil der bekannten Animationsfilmreihe. Sein eigenwilliger Humor ist, wie auch schon bei den Vorgängern, nicht jedermanns Sache. Trotzdem unterhält der amüsante Familienfilm, auch wenn er nicht ganz an seine Vorgänger herankommt.

(Paramount Home Entertainment, November 2010)

Henri 4

Protestanten und Katholiken kämpfen 1563 im Namen Gottes um die Macht in Frankreich. Henri von Navarra führt die Protestanten im Kampf gegen die katholische Königin von Frankreich, Katharina de Medici. Um den Jahre andauernden Kampf zu beenden, bietet sie Henri von Navarra ihre Tochter Margot zur Frau. Dieser nimmt an, doch nicht alle Katholiken wollen den Frieden.

Jo Baiers Historiendrama Henri 4 zeigt, dass sich der europäische Film nicht hinter Hollywoodproduktionen verstecken muss. Es basiert auf Romanen von Heinrich Mann. Großartige Aufnahmen, unterlegt mit der stimmungsvollen Musik des bekannten Filmmusikkomponisten Hans Zimmer und Schauspielern, die in ihrer Rolle aufgehen. Die deutsch-französisch-österreichisch-spanische Koproduktion überzeugt trotz oder vielleicht gerade durch seine etwas überzogenen Gewalt- und Sexdarstellungen, wodurch das Gesamtwerk seinen Charakter erhält.

(Universum Film GmbH, Oktober 2010)

Karate Kid

Der 12-jährige Dre Parker zieht mit seiner Mutter nach China. In der Schule verlieben sich er und seine Mitschülerin Mei Ying. Doch als Afroamerikaner in Peking ist er ein Außenseiter und bekommt dies von einigen seiner Mitschüler auch zu spüren. Mr. Han, der Hausmeister seines Apartmentgebäudes, nimmt sich Dre an und unterrichtet ihn in Kung Fu.

Karate Kid ist ein Remake des Filmklassikers Karate Kid aus den 80er Jahren. Im Vergleich zum Original ist der Film schneller, actionreicher und schöner fotografiert. Allerdings spielt er in China anstatt in Kalifornien und es wird Kung Fu anstelle Karate gelehrt. Der Film unterhält solide.

(Sony Pictures Home Entertainment, November 2010)

Lemon Tree

Ihren Zitronenhain pflegt die palästinensische Witwe Salma am Rande der West Bank liebevoll, bis in das Haus auf der israelischen Seite der Grenze Israels Verteidigungsminister einzieht. Für ihn stellen die alten Zitronenbäume ein Sicherheitsrisiko dar, da sie Terroristen eine leichte Deckung bieten könnten. Deshalb sollen sie gefällt werden. Salma will ihren Zitronenhain retten und geht mit einem jungen palästinensischen Anwalt, in den sie sich entgegen ihrer Tradition auch noch verliebt, bis zum obersten Israelischen Gericht. Zwischen ihr und der einsamen Frau des Ministers entsteht trotz kultureller Unterschiede eine Sympathie.

Lemon Tree zeigt den absurden Alltag der Menschen im Westjordanland. Er beleuchtet den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser auf eine menschliche und humorvoll intelligente Weise.

(Indigo, Mai 2009)

Palermo Shooting

Der angesagte und erfolgreiche Düsseldorfer Modefotograf Finn lebt hedonistisch und oberflächlich in den Tag hinein. Als er knapp dem Tod entgeht, nimmt er sich eine Auszeit, reist nach Palermo und sucht dort nach dem Sinn des Lebens. Er entwickelt eine neue Sichtweise auf das Leben und begegnet seiner großen Liebe.

Palermo Shooting ist ein tiefgründiger Film über das Leben, den Tod und die Liebe. Eine wichtige Rolle spielt der Soundtrack des Films, den der Hauptprotagonist Finn per Kopfhörer hört. Regisseur Wim Wenders regt mit seinem philosophischen Werk zum Nachdenken und in sich gehen an.

(Universum Film GmbH, Juni 2009)

25 November, 2010 Kommentare deaktiviert für Filmeschauen an langen Abenden

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