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Herbstklänge

von Alexander Schmitz

Wenn es draußen nebelig, feucht und kalt wird, wenn es zu Hause doch am gemütlichsten ist, was ist dann schöner, als es sich auf dem Sofa bequem zu machen und Musik zu hören. Ruhige, melancholische Klänge passen zur Jahreszeit und verleiten dazu deren Stimmung zu genießen. Eine kleine Auswahl an Albenempfehlungen zum Sinnen, Träumen und Entspannen.

Swanlights von Antony & The Johnsons

Der Wahl-New Yorker Antony Hegarty überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Stimme auch in seinem vierten Album. Ruhig, zart, teils sogar gehaucht singt er seine balladenhaften, melancholischen Songs. Sehnsuchtsvoll und träumerisch sind die etwas schwebenden Stücke, gespielt von Klavier, Streichern, Bläsern und vereinzelt Perkussion. Swanlights ist keine klassische Popmusik, sondern enthält Elemente aus Folk und Jazz. (Beggars/Indigo)

Write about Love von Belle & Sebastian

Nach vierjähriger Pause legen die sieben Schotten von Belle & Sebastian ein bezaubernd schönes, aber auch schwermütiges Indie-Pop-Album vor. Besonders ist ein Duett mit der amerikanischen Jazz-Soul-Sängerin Norah Jones. Write about Love ist eins der besten Alben dieses Herbstes; die elf melancholischen Songs über das Thema Liebe klingen, als seien sie einem vertraut und seit langem liebgewonnen. Teilweise träumerische und oldschool bringen sie einem das Herz zum Überlaufen. (Beggars/Indigo)

Carl Barât von Carl Barât

Nach seiner Karriere in den Bands The Libertines und später in Dirty Pretty Things startet Carl Barât nun mit seinem nach ihm benannten Solodebütalbum durch. Die zehn Stücke sind eingängig, rhythmisch getragen und träumerisch. Ihre einfühlsame und balladeske Art entfaltet sich erst nach mehrmaligem Hören richtig, verzaubert dann aber sofort. Stilistisch geht das Album in Richtung Indie-Pop mit Folkelementen. (Pias Recordings/rough trade)

Lovetune For Vacuum von Soap & Skin

Unter dem Künstlernamen Soap & Skin veröffentlichte Anja Plaschg ihr Debütalbum Lovetune For Vacuum. Leise, ruhig, teils gehaucht singt sie die 13 psychedelischen Stücke, die sich keinem Musikstil richtig zuordnen lassen. Schwermütige Klavier-, Streicher- und elektronische Klänge, begleitet von Anja Plaschgs Stimme, erzeugen eine düstere und verstörende Stimmung. Die schaurig schönen Balladen handeln von Trauer, Schmerz und Tod. (PIAS Recordings/Rough Trade)

The Pillars Of The Earth von Trevor Morris

Im mittelalterlichen England des zwölften Jahrhunderts handelt der Bestsellerroman Die Säulen der Erde von Ken Follett. Als Achtteiler verfilmt, erscheint die Miniserie Mitte November 2010 im deutschen Fernsehen. Der Soundtrack dazu wurde vom kanadischen Filmmusikkomponisten Trevor Morris geschrieben. Gespielt wurde er vom tschechischen Capellen Orchestra und dem Londoner Cool Music Orchestra. Stimmungsvoll, episch und nicht aufdringlich ist der Soundtrack eine entspannende Hintergrundmusik. Die CD enthält fünf Bonusstücke. (Colosseum/ALIVE)

Was ist euch die liebste Herbstmusik? Lasst ihr euch auf die Stimmung der Jahreszeit ein oder bekämpft ihr sie mit Partymusik und Sommerhits? Schreibt uns hier oder auf Facebook einen Kommentar.

Vorschaufoto: „Moritz Wahl“ / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

7 November, 2010 Kein Kommentar

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