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Zwischenwelten

von Stefan Franke

"Schnappschuss." - Foto: "Tobias Mittmann" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

„Bipolare affektive Störung“, hinter diesem medizinischen Begriff verbirgt sich ein Jugendfotos Mitglied der besonderen Art.

Tobias Mittmann, dieser Name ist nicht jedem ein Begriff unter den Jugendfotos.de Usern. Denn besonders sein Nickname stellt eine wunderbare Reflexion zu seinen Fotografien dar. Dabei stehen seine Arbeitsweisen hinter dem Konzept der heutigen, jugendlichen Kreativität und Arbeitsweise. Digitale Mittel werden keineswegs gescheut, sondern ausgereizt und mit hohem Detailreichtum genutzt. Bildideen, welche oft plakativ gestaltet werden und bewusst dazu auffordern, interpretiert zu werden, zeichnen Tobias Mittmann aus.

Zwischen der digitalen, surrealen und der realistischen Welt, liegt eine unterbewusste Zwischenwelt. Welten, die sich in den Arbeiten von Tobias wiederfinden. Doch, was ist dort? Verspielt und witzig wirken viele der Arbeiten und doch tragen sie einen bitteren Beigeschmack. Diese Welten zeigen auf latente Weise Wahrheiten des Alltages. Kleine und große. Hässliche und schöne.

Zwischen Manie und Depressivität liegt eine schmale Grenze. In den von Tobias geschaffenen Welten spielt sie eine wichtige Rolle. Lachen oder Ernsthaftigkeit? Die zentrale Frage in seinen Bildern, ist  die Brücke in unsere Welt. In unserem Alltag begegnen wir oft Dingen und Situationen, die wir nicht einschätzen können und die uns vor die Wahl stellen: Humor oder Humorlosigkeit. So gestaltet er Szenen, welche ungetrübte Wahrheiten zeigen. Wahrheiten, die wir alle kennen, aber oft nicht sehen können.

„ManischDepressiv“ nennt sich Tobias auf Jugendfotos.de, doch damit könnte er auch viele seiner Bilder betiteln. Er erschafft Welten, die uns für einen Moment zeigen, das zwischen Glück und Unglück, Freude und Leid, Zweisamkeit und Einsamkeit, Mensch und Natur, oft nicht mehr als eine Welt der Unsicherheit liegt.

31 Juli, 2010 Kommentare deaktiviert für Zwischenwelten

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