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Eine Liebeserklärung an Paris

von Stefanie Gengenbach

Etliche Kinofilme spielen in der Stadt der Liebe, in Paris. Doch nun ist aus der ewigen Kulisse das Sujet des Episodenfilms „Paris, je t‘aime“ geworden

Der Titel „Paris, je t‘aime“ steht bildhaft für den Inhalt der 18 Kurzfilme: Allesamt sind sie kleine Liebeserklärungen an Paris. Trotzdem bedient der Film selten gängige Klischees. Internationale Regisseure – unter ihnen die Brüder Coen und Jean-Luc Godard sowie Gérard Dépardieu – nehmen ihr Publikum mit in neue Welten.

Neben einem Ausflug ins Paris der Liebenden lernt der Zuschauer das Paris der Hoffenden und Verzweifelten zwischen Banlieue, Champs-Elysée, Montmartre und Quartier Latin kennen. Die Reise durch Paris ist kein gewöhnliches Porträt einer Stadt, sondern eine Weltreise.

Jeder der fünf-minütigen Kurzfilme spielt in einem der Arrondissements, der Stadtviertel. Und so unterschiedlich die Pariser Arrondissements sind, gerieten dabei die Themen und Kulissen: Schauplätze sind Friedhöfe, Stadthäuser, Ateliers, Wohnghettos und sogar ein asiatischer Friseursalon.

Kinostars wie Juliette Binoche, Gérard Dépardieu, Nick Nolte, Elijah Wood und Natalie Portman stellen die hochkarätige Besetzung. Einziger Wermutstropfen: Tom Tywker, Regisseur von „Das Parfüm“, hatte bei diesem ansonsten großartigen Film seine Finger im Spiel. Sein kurzer Abstecher ins Reich der Unterwelt harmoniert nicht mit der poetischen Stimmung, welche die Regisseure der anderen Episoden einzufangen versuchten. Trotzdem sollte man sich den Film nicht entgehen lassen: Denn er ist so schön und tragisch wie das Pariser Leben selbst.

15 März, 2010 Kommentare deaktiviert für Eine Liebeserklärung an Paris

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