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Ein Leben vor der Kamera

von Ann-Kathrin Freude

Berühmt wurde Romy Schneider als Sissi. Doch ihre Rollen waren wie ihr Leben: unglaublich facettenreich. Das zeigt nun auch die Ausstellung „Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris.“

Sie zog die Zuschauer in ihren Bann, obwohl sie nie eine Schauspielschule besucht hatte: Als junge Kaiserin Elisabeth, als verführerische Frau in „La Piscine“ (Der Swimmingpool) oder als Opfer in „Mado”. Rommy Schneider war eine der bedeutendsten Schauspielerinnen Europas, durch die Sissi-Trilogie und während ihrer Zeit in Frankreich erlangte sie Weltruhm. Seit ihrem 15. Lebensjahr stand sie für 69 Filme vor der Kamera. Sie drehte mit fast allen großen Regisseuren und Schauspielern der 1970er Jahre und ihre modischen Akzente beeinflussten den Kleidungsstil ihrer Generation.

In Berlin läuft eine Ausstellung, die diese ungewöhnliche Persönlichkeit darstellt und dabei vor allem eines zeigt: Auch wenn es scheint, dass die Rollen von Romy Schneider viel mit ihrer Persönlichkeit gemeinsam hatten, so gibt es hinter all den Filmfiguren auch eine andere Romy Schneider. Die Ausstellung ist in fünf Lebensabschnitte gegliedert: Tochter, Aufbruch, Weltstar, Zerstörung und Mythos. Erst werden ihre jugendlichen Anfänge an der leitenden Hand ihrer Mutter Magda Schneider beleuchtet, die ebenfalls eine berühmte Schauspielerin war. Dann ihr neuer Lebensanfang in Frankreich und der darauf folgende Weltruhm durch die Herausforderung neuer Rollen und die Bekanntschaft mit bedeutenden Personen der Filmindustrie. Und schließlich die Zeit der Schicksalsschläge. Der letzte Teil beschäftigt sich mit dem „Sissi-Mythos” und den Überschneidungen der Persönlichkeiten der beiden Frauen Kaiserin Elisabeth und Romy Schneider.

Mit viel Liebe zum Detail werden auf 450 Quadratmetern Fotos aus Presse und Privatleben, Filmausschnitte, Plakate, Kostüme, Korrespondenzen und Fanartikel ausgestellt, die den Besuchern ein umfassendes Bild dieser talentierten Schauspielerin bieten, die viel mehr war als „nur Sissi”. Romy Schneider war eine eindrucksvolle Persönlichkeit und es ist ihre Geschichte, die diese Ausstellung erzählen will. Wie hat sie einmal gesagt: „Die Erinnerung ist oft das Schönste.“

Info:
Deutsche Kinemathek
5. Dezember 2009 bis 30. Mai 2010
Museum für Film und Fernsehen, Berlin

14 März, 2010 Kein Kommentar

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