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Die überzähligen Söhne

von Jessica Christian

Fast jeden Abend gibt es in den Nachrichten Berichte von erneuten Terroranschlägen. Doch was bewegt einen Menschen sich einer Terrororganisation anzuschließen? Was oft übersehen wird: Die Folgen des demografischen Wandels. Während in Europa über Kindermangel geklagt wird, folgen im Jemen, wo die jüngste Generation von islamistischen Terroristen ihre Basis aufgeschlagen hat, auf 1.000 Männer zwischen 40 und 44 Jahren 5.950 Jungen zwischen null und vier.

Die „überzähligen Söhne“ leiden unter Arbeits- und Perspektivlosigkeit und rutschen leichter in das Netz des Terrorismus‘. Sind Al- Qaida und Hamas also keine politischen oder ideologischen Phänomene, sondern die Folge der demografischen Entwicklung?

So einfach ist es auch wieder nicht. Vielmehr sind die hohen Geburtenzahlen ein Anzeichen für die wirtschaftliche Schwäche dieser Länder, gibt es doch in fast allen Industrienationen Geburtenrückgänge. Das Konfliktpotenzial islamisch geprägter Länder beruht eher auf den maroden Bildungssystemen oder den autoritären Staatsregimen.

14 März, 2010 Kein Kommentar

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