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Star Trek Discovery- Aufbruch in neue Welten oder nur Geldmacherei?

Mit Star Trek Discovery versucht Netflix die Star Trek Ära wieder auferstehen zu lassen und die Kultserie zurück auf die Fernseher von alten und neuen Fans zu bekommen. Doch wie gut ist das Prequel wirklich? Erreicht es die Original-Serie? Eine kritische Rezension der neuen Serie


Als Netflix verkündete, Star Trek neu aufzulegen war die Freude der Fans ebenso groß wie deren Sorge, die Kultserie könnte nicht den Erwartungen entsprechen.

Jedes neue, bekanntgewordene Detail wurde unter die Lupe genommen und ebenso eifrig wie kontrovers diskutiert: die modern gewordene Bordtechnik, die detaillierten Uniformen, die Tatsache, dass die Klingonen plötzlich unter Haarausfall zu leiden schienen.

Doch was ist Star Trek Discovery nun: Aufbruch in eine neue Star Trek-Ära oder nur der schwache Versuch, eine Legende wieder auferstehen zu lassen?

Zunächst einmal fällt vor allem eines auf: Star Trek Discovery ist viel düsterer als alle Star Trek Vorgängergenerationen und schlägt damit einen ganz neuen Ton an. Ungewöhnlich wirkt das vor allem deshalb, weil es dem „alten“ Star Trek immer gelang, den Forschergeist und das Streben nach Wissen innerhalb der Sternflotte zu vermitteln. Egal ob sich die Enterprise oder andere Raumschiffe nun in wissenschaftlicher oder kriegerischer Mission befanden: die so besondere Star Trek Atmosphäre blieb ungebrochen und inspirierte auch den Zuschauer dazu, neue Welten zu entdecken. Die Sternflotte mit ihrem Friedensmotiv und den geeinten Völkern, die Enterprise, auf der es weder Rassismus, Sexismus noch Homophobie gibt, ist dabei eine Utopie, die Hoffnung, dass es einmal wirklich so sein könnte.

Diese Idealvorstellung wird mit Star Trek Discovery gebrochen. Das ist vielleicht auch der größte Fehler der Serie. Natürlich ist das alte Star Trek manchmal verklärt und sehr idealistisch, mit „Erwachsenwerden“ hat das neue Image der Kultserie jedoch wenig zu tun. Denn „Erwachsenwerden“, was eine Weiterentwicklung anhand des Originals bedeutet hätte, und eine völlige Werteänderung haben wenig miteinander gemeinsam.

Natürlich muss der Kontext der Serie berücksichtig werden und dieser ist nun mal Krieg. Auch wenn Krieg immer mit extremen Umständen und tiefen Konflikten einhergeht, sollte das Kriegsmotiv allein doch nicht in der Lage sein, die ganze Moral der Sternflotte zu zerstören. Denn diese ist in Star Trek Discovery nichts mehr als ein schwacher, zerrütteter Zusammenschluss, der alles andere als sympathisch wirkt und von seinen eigenen Moralvorstellungen scheinbar noch nichts gehört hat. Sie handelt oft entgegen ihrer eigenen Prinzipien, missbraucht Forschung, inhaftiert und degradiert ihre eigenen Leute ohne mildernde Umstände zu beachten und wird am Ende sogar beinahe zum Völkermörder. Zwar bringt jeder Krieg Ausnahmezustände, doch von der Sternenflotte, die man aus den alten Stark Trek Folgen kennt hätte man mehr erwartet. Vor allem, dass sie nicht zu einer 08/15 Kriegsallianz verkommt, die ebenso klischeehaft wie unoriginell ist.

Dass die Serie teilweise mit dem vorherrschenden Kanon bricht kann man ihr recht einfach verzeihen. Vor allem als Neuling werden die Ungereimtheiten kaum auffallen und so sehr stören sie meistens nicht.

Was dagegen stört ist die Gewalt, die vor allem in den ersten Folgen sehr prominent ist. Mit der neuen und gerechtfertigten FSK 16 ist die Serie nichts mehr für Familien oder junge Zuschauer. Das ist mehr als schade, denn Star Trek hat das große Potenzial, zu inspirieren und für Wissenschaft und Forschung zu begeistern. Die höhere Altersfreigabe hätte Star Trek Discovery eigentlich gar nicht gebraucht. Die gezeigten Toten hätte man ebenso gut weglassen oder weniger grafisch zeigen können.

Handlung und Charaktere


Die eigentliche Handlung des Star Trek Prequels hat eigentlich viel Potenzial. Als Star Trek Fan aber auch als Neuling fragt man sich, wie ein Frieden zwischen den so verschiedenen Völkern eigentlich möglich sein soll. Doch anstatt diese Storyline zu nutzen und voll auszuleben verzettelt sich die Serie in unnötigen Handlungssträngen und reißt so die eigentliche Thematik oftmals in zwei. Mit den angeschnittenen und nie zu Ende gebrachten Ideen hätte man vermutlich drei Staffeln drehen können.

Erfrischend an der Neuauflage ist der rote Faden, der sich durch alle Folgen zieht und so der Staffel theoretisch eine feste Struktur gibt und die einzelnen Folgen miteinander verknüpft. Allerdings wird er dabei so prominent, dass er Nebenschauplätzen und Charakteren kaum die Gelegenheit gibt, ihr Potenzial zu entfalten. Anders als in vorherigen Star Trek Staffeln gibt es keine abgeschlossenen Handlungsstränge innerhalb der Folgen und auch kaum erwähnenswerte Nebenschauplätze.

Das ist vor allem deswegen schade, weil die Vielfalt an Planeten und Lebewesen in Star Trek immer ein faszinierender und wichtiger Teil der Serie war. Die wenigen kreativen Ansätze werden vom Kriegsmotiv beinahe vollständig verschluckt und wirken durchweg deplatziert.

Immerhin bietet Star Trek Discovery eine Reihe interessanter Charaktere. Über manche wie etwa den Ersten Offizier Saru würde man gerne mehr erfahren. Auch Captain Lorca ist zweifellos faszinierend doch ebenso wie seine Nummer Zwei bleibt ihm sehr wenig Raum zur Entfaltung.

Die Protagonistin Michael Burnham wäre wohl etwas besonderes gewesen, gäbe es den Konflikt zwischen menschlicher Emotion und vulkanischer Logik nicht schon in Form von Spock, der als Ikone wohl immer unerreicht bleiben wird. Zweifellos ist Michael Burnham ein durchdachter Charakter, der sich im Laufe der Serie entwickelt und als eine der wenigen tatsächlich noch an die Ideale der Sternenflotte zu glauben scheint, doch eine wirkliche charakterliche Tiefe oder ein herausragendes Charakterdesign ist auch hier nicht zu erkennen.
Den Charakteren wird einfach nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient hätten. Dabei hätte es sich gelohnt, zu Gunsten der Charaktere und als Hommage an die klassische Serie den Krieg etwas in den Hintergrund zu rücken und stattdessen auch mal Folgen mit einer abgeschlossenen Nebenhandlung einfließen zu lassen. Auf diese Art und Weise hätte man Zeit gehabt, Protagonisten und auch die zweifelsfrei komplexen und durchdachten Antagonisten besser kennenzulernen. Außerdem wäre wohl jedem Star Trek Fan das Herz aufgegangen bei einer klassischen Mission auf einem fremden Planeten.

Fazit


Star Trek Discovery ist technisch zweifelsfrei gut gemacht, auch gut gespielt und wenn man vergisst, dass es sich um Star Trek handelt, ganz gutgeschrieben. Natürlich kann Star Trek Discovery nicht so sein wie seine Vorgänger. Das sollte es auch gar nicht , sonst wäre es ja langweilig. Es ist aber auch nicht mehr wie das klassische Star Trek. Die Inspiration fehlt, der Geist der Sternenflotte, die Faszination für neue Welten und Lebewesen.

Wer also nach einer gut gemachten aber nicht besonders innovativen Science Fiction Serie sucht wird fündig. Wer ein gelungenes, modernes Star Trek Prequel erwartet wird vermutlich eher enttäuscht sein.

 

Bild: Pixabay CCO, quimono

2 April, 2018 Kommentare deaktiviert für Star Trek Discovery- Aufbruch in neue Welten oder nur Geldmacherei?

#sustainablefashion – The kind of fashion we were missing

We live in a world where everybody is on the run. Fast food, fast fashion, fast living, our life seems to resume to consuming and producing as fast as possible. I ask myself: Is life supposed to be this way? … weiterlesen

2 April, 2018 Kommentare deaktiviert für #sustainablefashion – The kind of fashion we were missing

Aufbruch ins Kriegsgebiet – Urlauber im Wahn?

Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus nach Syrien! Wie Reisewarnungen und Flächenbombardements den Urlaubern an der Badehose vorbeigehen und Schnäppchen uns verrohen lassen.

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1 April, 2018 Kommentare deaktiviert für Aufbruch ins Kriegsgebiet – Urlauber im Wahn?

Aufbruch

EDITORIAL Ausbruch.

Unsere erste Artikelsammlung könnt ihr hier lesen: Thema Aufbruch.

1 April, 2018 Kommentare deaktiviert für Aufbruch

Der Griff nach den Sternen

Wenn man mächtigen Politiker Glauben schenkt, dann hissen Astronauten schon bald auf dem Mars Flaggen, auf dem Mond wird nach seltenen Rohstoffen gegraben und Wissenschaftler schicken Sonden in schwarze Löcher. Der Aufbruch ins All ist ein fester Teil unserer Zukunft. Wie wollen wir ihn gestalten?

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31 März, 2018 Kommentare deaktiviert für Der Griff nach den Sternen

Reisen kompakt

von Alexander Schmitz

Städte- und Kurzreisen sind beliebt, besonders auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Doch ohne gute Planung übersieht der Reisende oftmals das Beste und nutzt seine knappe Zeit nicht optimal aus.

Neben den wichtigen Sehenswürdigkeiten gibt es in Städten kleine Höhepunkte, die nur eine Ecke weiter liegen. Um sie und den Puls der Stadt zu zeigen, hat die neue DuMont direkt-Reihe 15 „Direkt-Kapitel“. Sie gehen auf unauffällige und eher unbekannte Sehenswürdigkeiten ein, wie ein nettes Café oder eine schöne Boutique.

Praktisch sind in den „Direkt-Kapiteln“ wichtige Angaben zu Öffnungszeiten, Adressen, Webseiten und Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zur schnellen Orientierung helfen kleine Kartenausschnitte in den einzelnen Kapiteln, mit Markierungen der Sehenswürdigkeiten.

Neben den „Direkt-Kapiteln“ gibt es noch weitere Informationen, Ausflugsvorschläge, Tipps zum Übernachten, Essen und Trinken, Einkaufen und Ausgehen.

Eine Übersichtskarte in der Umschlagklappe und eine ausklappbare Stadtkarte ergänzen den Reiseführer sinnvoll. … weiterlesen

5 März, 2011 Kommentare deaktiviert für Reisen kompakt

Der Tod fragt nicht – „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“

von Melanie Michalski

Als Samantha Kingston an diesem Morgen aufwacht, zeigt ihr Handy das Datum des 14. Februars an Doch wie kann das sein, da erst gestern Valentinstag war? Wie kann es sein, dass sich der vergangene Tag noch einmal wiederholt – und mit ihm der schreckliche Autounfall, bei dem sie starb? Lauren Olivers Roman erinnert auf den ersten Blick entfernt an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ einen Filmklassiker aus den 90ern, auf den zweiten Blick erkennt der Leser jedoch, dass hinter dem Wahnsinnstitel des Buches viel mehr steckt, als nur das ständige Wiederholen eines einzigen Tages.

Am Morgen des eigentlichen Valentinstags ist Samantha Kingston, von ihren Freunden Sam genannt, aufgeregt. Sie kann es kaum erwarten, endlich zur Schule zu kommen – schließlich ist heute nicht nur der Tag der Liebe und der Rosen, sondern auch ihr großer Tag.

In der Schule verteilen Schüler Rosen an ihre Mitschüler und es wird klar, wer beliebt ist und wer nicht. Sam ist glücklich mit ihren neun Rosen: Von ihren besten Freundinnen Elody, Ally und Lindsay hat sie jeweils eine geschenkt bekommen und auch von Rob war eine dabei. Wenn da nicht das läppische „Hab dich lieb“ auf der beiliegenden Karte stünde. Rob, einer der beliebtesten Jungs an der ganzen Schule, Rob, mit dem sie zusammen ist. Und mit dem sie für diesen besonderen Tag ihr erstes Mal geplant hat.

Doch dann kommt alles anders: Als am Abend eine Party bei ihrem ehemaligem Schulfreund Kent stattfindet, betrinkt sich Rob so sehr, dass Sam nur noch genervt von ihm ist und lieber mit ihren ebenfalls betrunkenen Freundinnen nach Hause fährt. Rob bleibt allein zurück. Auf der Autofahrt verunglückt das Auto, danach ist alles schwarz. Wie in einem Traum fällt und fällt Sam und wacht dennoch wieder auf: Ihr Wecker zeigt das Datum des 14. Februars, Valentinstag und es ist Zeit zum Aufstehen, wenn sie noch rechtzeitig zur Schule kommen will. Eine Kette von aneinandergereihten Valentinstagen beginnt, die scheinbar kein Ende nimmt. … weiterlesen

25 Februar, 2011 Kommentare deaktiviert für Der Tod fragt nicht – „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“

Der persönliche Duft

von AE, ALS

Einen individuellen Duft kann sich jeder auf MyParfuem.com erstellen. Das persönliche Parfüm ist ein netter Gag und ein ungewöhnliches Geschenk, doch besteht die Gefahr die Katze im Sack zu kaufen, wenn man sich die Kombination verschiedener Duftnoten nicht selbst vorstellen kann.

Blumen, Schokolade und Schmuck sind klassische Geschenke zum Valentinstag. Einzigartiger und ungewöhnlicher ist jedoch ein persönliches Parfüm, wie das von MyParfuem.com. Der leicht zu bedienende Duftdesigner bietet eine Vielzahl an verschiedenen zu kombinierenden Duftnoten und stellt dem Anwender mehrere Dufttypen wie sportlich, romantisch und elegant, an denen er sich orientieren kann, bereit. Auch den Flakon, dessen Beschriftung und andere Details lassen sich individuell gestalten.

Problematisch ist jedoch, dass man im Voraus nicht weiß, wie das Parfüm duftet. Wer auf der sicheren Seite bleiben und keine „duftigen“ Überraschungen erlebe möchte, der sollte bei herkömmlichen und bewährten Valentinstagsgeschenken bleiben. Wer allerdings offen ist für Neues und Ungewöhnliches verschenken möchte, der sollte sich MyParfuem.com anschauen. Eine Alternative für ein handelsübliches Parfüm ist es jedoch nicht.

14 Februar, 2011 Kommentare deaktiviert für Der persönliche Duft

Morgens halb Neun im Distrito Federal

von Maria Blenich

Foto: Maria Blenich

Mexiko Stadt, Metro-Station Hidalgo um acht Uhr morgens. Müde Gesichter, verschlafene Körper schieben sich die Rolltreppen herunter: Bitte einfädeln im täglichen Reissverschlussverkehr des Distrito Federal. Dicht gedrängt am Bahnsteig warten die Menschenmassen auf die rasant einfahrende Metro. Die Türen der Bahn öffnen sich für nur wenige Sekunden, bis sie sich gnadenlos wieder versuchen zu schließen. Gemeinsam werden sie auseinandergedrückt, bis sich auch der Letzte in die wenigen freien Zentimeter im Abteil eingefügt hat. Zentimeter, von deren Existenz man vorher nicht einmal ahnte. Voll ist die Metro erst, wenn jedes Körperteil des Nachbarn spürbar ist und Gliedmaßen, Ausdünstungen und die morgendlichen Geräusche von Hunderten von Menschen, sich bis zur nächsten Station zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen vereinigen. Es ist heiß und klebrig.

Um diese Stadt kennenzulernen, ist der Blick auf die Vereinigung von Mensch und Verkehr  unverzichtbar. In der Metro sind Improvisationskünstler auf jedem Sitz- und Stehplatz zu finden. Frauen setzen sich mit müden Gesichtern und steigen nach einigen Minuten geschminkt wieder aus. Man kann die Fahrt damit verbringen, ihren Perfektionismus in der Kunst des Wimperntuschens mit einem Esslöffel zu beobachten oder hoffen, dass sie sich nicht in die müden braunen Augen stechen. Diese Überlegungen werden an jeder Station aufs Neue von Verkäufern unterbrochen, die mit durchdringenden Singsangstimmen ihre Waren anpreisen. Meist für „Dieeeez Pesos, Dieeeez Pesos“, ungefähr sechzig Cent, kann man Dinge wie Kekse, CD´s oder das neueste, raubkopierte Buch von Isabel Allende erwerben. Ein Junge spielt Zieharmonika, ein noch jüngerer verteilt Zettelchen mit der Bitte um Geld. Die Metro- Insassen schauen mitleidig zur Seite und geben die Papierchen zurück.  Die Schmerzgrenze wird allerdings erst erreicht, wenn ein Jugendlicher sich als Fakir ausgibt und seine Brust auf dem Fußboden in Scherben wälzt. Mit einem Ruck halten wir an. Gleichzeitig strömen die Massen nach draußen und nach drinnen, der ewige Kreislauf setzt sich fort.

10 Februar, 2011 Kommentare deaktiviert für Morgens halb Neun im Distrito Federal

EU-Politiker für einen Tag

von Niklas Golitschek

Foto: Niklas Golitschek

Ende Oktober veranstaltete das Europabüro der Friedrich-Ebert-Stiftung wie jedes Jahr ein Seminar für Nachwuchsjournalisten und angehende Redakteure. Es stand unter dem Thema „Pressearbeit am europäischen Projekt“. Okan Bellikli und Niklas Golitschek  nahmen am Seminar teil und berichten über ihre Eindrücke.

Der Höhepunkt des Seminars war die Simulation einer Ministerratssitzung zum „ordentlichen Gesetzgebungsverfahren der EU“, die im Sitzungsraum des Wirtschafts- und Sozialausschusses stattfand. Thema der Ministerratssitzung war dieVerhandlung über eine einheitliche Lebenmittelkennzeichnungsverordnung. Die 20 Teilnehmer bekamen bereits am Vortag ein Land und eine fiktive Rolle zugeteilt, um sich auf die Debatte vorzubereiten. Okan war der tschechische Wirtschaftsminister „Hurvinek“, Niklas bekam die Rolle des slowakischen Ministers „Zabavnik“ zugeteilt.

Das Gesetzgebungsverfahren in der EU ist ein langer und vor allem schwieriger Prozess. Weder der Ministerrat noch das Europäische Parlament können willkürlich neue Gesetze vorschlagen oder erlassen. Die EU-Kommission muss erst einen Vorschlag machen, der dann ausführlich diskutiert wird (Siehe Infokasten). Nach demselben Prinzip wurde auch die Simulation der Debatte durchgeführt, wobei die Kommission und das Europäische Parlament von der Simulationsleitung dargestellt wurden.

Da es bis zum jetztigen Zeitpunkt keine einheitliche Regelung der Lebensmittelkennzeichnung in den EU Mitgliedsstatten gibt, stell dies das Grundproblem der Debatte dar. In Deutschland wird das GDA-Modell (Guideline Daily Amount) verwendet. Das GDA-Modell gibt die Nährwertangaben in Prozent des täglichen Bedarfs an. In Großbritannien hat sich ein Ampel-Modell durchgesetzt, bei dem Produkte mit einem roten, gelben oder grünen Zeichen versehen werden, je nachdem, wie hoch der Gehalt an Nährstoffen im jeweiligen Produkt ist. Einig sind sich die Mitgliedstaaten darin, die sogenannten „Big Four“, den  Brennwert-, Eiweiß-, Kohlenhydrat und Fettgehalt anzugeben. … weiterlesen

9 Februar, 2011 Kommentare deaktiviert für EU-Politiker für einen Tag

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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